Ernst Jandl und der Krieg
Jandl hat seine Jugend während des Krieges verbracht, und die Auseinandersetzung mit dem Krieg wird zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Gedichte. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges weiß Jandl, dass ihm droht: zum Militär eingezogen zu werden und an der Front sein Leben zu verlieren. Jandl ist zu der Zeit vierzehn Jahre alt. Zwar bleiben ihm noch vier Jahre an der Schule, bis er Soldat werden muss, das Abitur rückt aber näher und spätestens nachdem er die letzte Prüfung bestanden hat, dreht sich alles nur noch um die simple und elementare Frage: wie überleben. Diese Sorge hinterlässt eine tiefe Spur in Jandls Werk. Das Thema Krieg taucht in allen Arbeitsphasen und Lebensabschnitten auf, und durch den Krieg wird er in literarischen Fragen zu der Radikalität geführt, die seine Literatur insgesamt auszeichnet. Er möchte sich auch in der Art, wie er schreibt, von der Kultur absetzen, die von den Nazis gefördert wurde und während des Krieges herrschte. Nicht nur mit den Nazis, auch mit deren Kultur, die von vielen, die vehemente Gegner der Nazis waren, in Teilen weitergeführt wird, will Jandl nichts zu tun haben.
Textauszug aus "a komma punkt" Zur Buch-Info
Mehr dazu im Band Briefe aus dem Krieg. Zur Leseprobe Zur Buch-Info
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