character

Ernst Jandl und Friederike Mayröcker

In den frühen fünfziger Jahren, sehr bald nachdem Jandl ernsthaft mit Schreiben begonnen hat, findet er zu seiner Lebens- (und Arbeits-)form. Dass er schreiben will, steht für ihn nicht zur Diskussion, auch nicht, dass er dazu einen Beruf benötigt. Woher sonst soll das Geld kommen? Welche Kräfte aber freigesetzt würden, wenn er tatsächlich mit dem Schreiben begonnen hätte, kann Jandl nicht wissen. In bürgerliche Lebensverhältnisse - Jandl wehrt sich nur anfangs dagegen - rutscht er während seines Studiums hinein. Er heiratet, doch seine Ehe, die er auch eingegangen ist, um Ordnung in seinem Leben zu schaffen, wird durch die Arbeit an Gedichten gefährdet. Das Schreiben trägt eine ihm bisher unbekannte Unruhe in sein Leben. Der Wunsch, mit einer Dichterin zusammenleben zu wollen, wird stärker, obwohl er sich in seiner Ehe mit einer Lehrerin durchaus in seinem Schreiben unterstützt fühlen kann. Er steht am Anfang seiner literarischen Biographie.

In die Lebensgemeinschaft, die er dann mit Friederike Mayröcker eingeht, kann er von seiner geschätzten Ordnung nur wenig hinüberretten. Diese spannungsreiche Lebensform zweier Künstler, wie sie auf der Basis moderner Poesie unterschiedlicher nicht temperiert sein könnte, ist von einer einmaligen Dauerhaftigkeit. Ihr verdanken wir nicht nur einige schöne Liebesgedichte, sie bildet die Grundlage für Jandls Leben als Autor, also für sein Werk.

Bevor er aber in die Turbulenzen seines Lebens verwickelt wird, beginnt er entschlossen, seinen Weg als Autor zu gehen und wird zu seinem Glück von einer ersten Flut von Gedichten überrascht.

Textauszug aus "a komma punkt"
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Gedicht   "Ach, und ich dachte"
Gedicht   "Da kommen sie gelaufen"
Gedicht   "er: es sei"
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"liegen bei dir"
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"die kirche"
Video "a love-story, dringend"
Video "der wahre vogel"
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