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Epilog - Seite 9

Aber du hast doch dein Leben für die Kunst eingesetzt!

Ja, aber darüber rede ich nicht so gerne, weil sich dann sehr bald sagen lässt, hätte man es nicht für etwas Besseres einsetzen können.

Haben sich im Lauf der Zeit nicht auch Entschiedenheiten eingestellt, die positiv zu werten sind? Ich meine beispielsweise das Verhältnis zu Friederike Mayröcker, das sich zu einer Konstante entwickelt hat.

Ja, ich wollte ja niemandem vormachen, dass alles, was sich im Laufe der Jahre meines Lebens eingestellt hat, negativ zu beurteilen sei. Na hoffentlich nicht, kann ich nur sagen.

Wenn man über die Zeit nachdenkt, dann stößt man auch auf Jenseitsvorstellungen, auf Transzendenz, etwas, worin Zeit, da sie als etwas Vergehendes gedacht wird, aufgehoben sein könnte. Sind das Überlegungen, die du auch anstellst?

Darüber möchte ich mir nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen und ich möchte nicht als jemand erscheinen, der sich über solche Fragen, zum Beispiel den Vorzug einer Religion vor einer anderen, ernsthaft allzu lange beschäftigt. Ich weiß schon, Religion brauchen wir. Ich bin keineswegs der Ansicht, dass wir ohne Religion auskommen, oder, sagen wir, ohne die Vorstellung Gottes, ohne die Vorstellung einer uns führenden positiven Macht. Sich darüber allzu sehr zu verbreiten ist meine Sache aber nie gewesen und wird sie auch, hoffentlich, weiterhin nicht sein .

Wenn man beispielsweise auf den Horizont schaut und sich überlegt, was könnte dahinter kommen. Zu Anfang hattest du von einer Grenze gesprochen, hat das etwas Bedrohliches, etwas Erleichterndes für dich?

Das ist mir zu spekulativ. Wenn ich den Horizont anblicke, dann sehe ich den Horizont, das mag gewisse Gefühle in mir wecken und auch zu gewissen Gedanken führen. Die würde ich aber alle nicht überschätzen.

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