Und warum, wenn kein Kriminalroman, dann, was viele Schriftsteller ab einem bestimmten Alter als Herausforderung angehen, eine Autobiographie?
Über mich habe ich schon so viel gesagt, ich kann noch immer einiges in einigen Gedichten sagen oder in meinem Leben das eine oder andere Gedicht finden, aber eine Autobiographie: niemals.
Hängt das auch mit den Zwängen zusammen, über längere Distanzen etwas erzählen zu müssen, was sich vielleicht gar nicht in der Weise erzählen lässt?
Das mag sein. Aber wie gesagt, ich habe nicht den Wunsch, autobiographisch zu schreiben. Da hätte ich vielleicht zuerst einmal versuchen müssen, autobiographisch zu leben, nämlich so zu leben, dass ich den Leuten mein Leben hätte zeigen können. Nein, nein, mein Leben hat höchstens einen Tritt bekommen dann und wann, damit es sich dorthin verzieht, wo es hingehört, unter den Tisch, an dem ich sitze, dann und wann, nicht nur Dreck zu produzieren.
Wer hat denn diesem Leben den Tritt gegeben?
Ich! Abgesehen davon, dass es gleichgültig ist, wer immer ihm den Tritt gegeben hat. Ich war es! Ich auf jeden Fall. Wenn ich sagen könnte, ich bin das Muster für alle, soweit hätte es kommen müssen. Nein, dieses Leben ist das Muster für niemand. Aber von und aus diesem Leben heraus kann ich doch das eine oder andere Gedicht vielleicht schreiben, das ein Muster als Gedicht für andere sein kann.
Ist das der Ehrgeiz, den du hast, um zu einem haltbaren Gedicht zu gelangen?
Zu einem einigermaßen haltbaren, eine gewisse Zeit haltbaren Gedicht zu gelangen. Ich möchte nicht sagen, dass Kunst ohne den geringsten Ehrgeiz von Seiten des Künstlers produzierbar ist. Das will ich nicht sagen.
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