Aber wäre das jetzt nicht genau der Zeitpunkt, um sich für "schwierige" Literatur wieder einzusetzen?
Sicher, sicher, der Zeitpunkt ist eigentlich immer da, denn wir merken, dass ein Teil des Publikums dazu tendiert, Literatur oder Kunst ausschließlich als ein Mittel zur Unterhaltung zu sehen. Unterhaltung ist etwas Gutes. Unterhaltung ist notwendig, aber in dem Moment, wo Kunst nurmehr Unterhaltung ist, da zeigt sich alsbald, dass es nicht mehr Kunst und damit auch nicht mehr wert ist, uns zu unterhalten.
Hat denn dein Wunsch, Gedichte schreiben zu wollen, nachgelassen, oder ist er stärker geworden mit den Jahren?
Nein, ich werde immer älter, und wenn ich noch etwas zustande bringen kann, dann vielleicht das eine oder andere Gedicht. Die Zeit drängt, kann man sagen, und das Gedicht ist kurz. Daher hat der Wunsch, Gedichte zu schreiben, nicht nachgelassen. Obwohl ich manchmal sage, mein Gott, einen guten Kriminalroman von der Qualität eines Raymond Chandler etwa würde ich gerne schreiben. Dazu kommt es nicht, das ist klar.
Warum?
Weil für einen Kriminalroman mit dem spezifischen Artgewicht chandlerscher Erzeugnisse ein ganzes Leben des Einsatzes verlangt wird. Das habe ich nicht getan, ich habe mein Leben für Lyrik eingesetzt und da vielleicht auch nicht immer das Schlechteste und nur das Trivialste erzeugt. Aber damit ist es aus. Das Leben jetzt für einen guten Kriminalroman einzusetzen, dazu ist zu wenig übrig.
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