ein oder zwei jahre
gezügelter lebenslust
dürfen sie mit zweiundsechzig
sich wohl noch erhoffen, onanieren
werden sie wie bisher auch, vielleicht
nicht ganz so flott, nicht ganz so oft
als in ihren besten jahren.
was sie derzeit
als ihren geistigen verfall
zu erleben glauben, wird
durch ihren physischen verfall
mehr als wettgemacht. derselbe ist
so evident, dass sie überall
komplimente für ihre geistige frische
einheimsen werden, wobei man ihnen
schonungsvoll
zum allernächsten sessel hilft.
"kleines geriatrisches manifest"
Ich kann nicht sagen, dass ich gemeint war mit diesem Gedicht, ich könnte höchstens sagen, an dieser Stelle, die kommt nahe an mich heran, oder jene auch und eine dritte nicht, eine vierte ebenfalls nicht. Aber so viel Fantasie darf man mir zutrauen, dass ich "kleines geriatrisches manifest" verfasse, ohne an mich oder an meinen Großvater zu denken. Keinesfalls habe ich dabei an meine Großmutter gedacht. Es gibt genug andere alte Leute, die mich an eine Vorstellung des Altseins haben denken lassen, wie sie dem "kleinen geriatrischen manifest" zugrunde gelegen hat.
Was kommt dir denn in den Sinn, wenn du im Zusammenhang mit dir über Alter nachdenkst?
Es kommt mir der Gedanke an die Grenze in den Sinn, die Grenze zwischen dem normalen Altern, wenn es das gibt, und einer Krankheit, von der ein alternder Mensch ebenso befallen sein kann wie ein junger. Dazwischen liegt eine Grenze.
Hat sich im Laufe der Jahre deine Wahrnehmung verändert, eine Veränderung, die mit der vergangenen Zeit zu tun hat?
Mit der Wahrnehmung hat sich sicherlich im Laufe der Jahre einiges verändert, mit der Wahrnehmung von allem möglichen …